MiEGA – Moleküle im Energiesystem

MiEGA – Moleküle im Energiesystem

Infrastruktur für Wasserstoffspeicherung nutzen

Wasserstoffspeicherung: Welche Anlagen eignen sich?

Projektbeschreibung

Am Standort Etzel in Niedersachsen wird mit dem Projekt H2CAST Etzel die Umstellung bestehender Salzkavernen- und Speicherinfrastruktur auf Wasserstoff erprobt. Im Zentrum steht nicht primär ein bereits marktreifer Speicherbetrieb, sondern der technische und infrastrukturelle Transformationspfad: Bestehende Kavernen, Übertageanlagen und Leitungsinfrastruktur sollen so weiterentwickelt werden, dass sie künftig für die großvolumige Speicherung von Wasserstoff nutzbar sind. Damit adressiert das Projekt eine zentrale Herausforderung des Wasserstoffhochlaufs: wie vorhandene Erdgas- und Öl-Infrastrukturen in eine künftige Wasserstoffwirtschaft überführt werden können. Ein wichtiger Meilenstein wurde im Frühjahr 2026 erreicht: Die Befüllung der Kavernen mit rund 90 Tonnen bzw. 1 Million Normkubikmeter Wasserstoff wurden von STORAG ETZEL und Gasunie erfolgreich abgeschlossen. Die Eignung und die Dichtheit der Salzkavernen wurde mit Wasserstoff vorab über einen Zeitraum von 2 Jahren bei maximalem Betriebsdruck erprobt und nachgewiesen. Nach der Inbetriebnahme der von Gasunie entwickelten und derzeit im Bau befindlichen obertägigen Wasserstoffspeicherungs-Pilotanlage folgen voraussichtlich im Sommer 2026 erste Tests und eine intensive Testphase zur Erprobung der Effizienz von verschiedenen Reinigungs- und Trocknungsverfahren. Deren Ergebnisse werden gegen Ende des Jahres 2027 erwartet. H2CAST Etzel liefert wertvolle Erkenntnisse für die großskalige Wasserstoffspeicherung und eine energieoptimierte Anlagenauslegung. Es trägt zur Energiewende bei, indem es Flexibilität und Versorgungssicherheit erhöht. Weitere Ausbaumöglichkeiten ergeben sich aus der Integration von Strom aus Offshore-Wind und Solarenergie, der grenzüberschreitenden Pipeline-Anbindung Etzels an die Niederlande sowie dem Wasserstoffimport per Schiff über ein H2-Terminal im nahe gelegenen Tiefwasserhafen Wilhelmshaven. STORAG ETZEL beschreibt H2CAST zugleich als Ausgangspunkt für einen größeren H2-Knoten im Nordwesten mit Anbindung an Wilhelmshaven sowie die Regionen Friesland und Ostfriesland, industrielle Nachfrage, Wasserstofferzeugung und das geplante europäische Wasserstoffnetz. Die besondere Stärke des Vorhabens liegt damit im ganzheitlichen Ansatz: Speichererprobung, Infrastrukturumwidmung und regionale Systemintegration.

Foto: STORAG ETZEL GmbH

Projektträger

Das Projekt H2CAST umfasst 7 Projektpartner. Projektkoordinator ist die STORAG ETZEL GmbH, die am Standort Etzel zusammen mit Partner Gasunie die Umwidmung bestehender Untertage- und Obertageinfrastruktur für Wasserstoff vorantreibt. Im Projektverlauf wurden die Wasserstoffbefüllung der Kavernen gestartet, Übertageanlagen errichtet und im März 2026 eine Befüllung mit 90 Tonnen Wasserstoff erfolgreich abgeschlossen. Für die weitere Skalierung der Wasserstoffspeicherung arbeitet STORAG ETZEL zudem mit Partnern an der Entwicklung großvolumiger Speicherperspektiven. Das Projekt wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz und durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Projektstatus

Umsetzung
Stand: 05/2026

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