MiEGA – Moleküle im Energiesystem

MiEGA – Moleküle im Energiesystem

Regionaler H2-Hub für Industrie, Wärme und Mobilität

Ein regionaler Wasserstoff-Hub mit 8 MW Elektrolyseleistung

Projektbeschreibung

Im unterfränkischen Münnerstadt entsteht ein regionaler Wasserstoff-Hub mit 8 MW Elektrolyseleistung. Die Anlage wandelt erneuerbaren Strom in elektrolytisch gewonnenen Wasserstoff um und versorgt damit vor allem industrielle Abnehmer vor Ort. Geplant ist eine Produktion von rund 800 Tonnen erneuerbarem Wasserstoff pro Jahr für die regionalen Unternehmen.

Charakteristisch für das Projekt ist der integrierte Systemansatz: Der Hub ist nicht als reiner Elektrolyseur konzipiert, sondern verknüpft Wasserstofferzeugung, Wärmeauskopplung und die Vermarktung von Sauerstoff als Nebenprodukt zu einem zusammenhängenden System. Beim Projekt herauszustellen ist die enge Kopplung von Erzeugung und Nutzung im Sinne einer ganzheitlichen Systemdienlichkeit: Neben dem Wasserstoff sollen auch Sauerstoff und Abwärme vollständig regional verwendet werden – etwa in Produktionsprozessen, für lokale Wärmenetze und perspektivisch auch im Verkehrssektor. Vorgesehen sind zudem Wasserstofftankstellen an wichtigen Verkehrsachsen, etwa für Schwerlastverkehr, kommunale Flotten und den regionalen Linienbusbetrieb. Dadurch verbessert sich die Wirtschaftlichkeit der Elektrolyse spürbar – der Business Case trägt sich nicht allein über Volllaststunden, sondern über das Zusammenspiel mehrerer Erlösströme und es entsteht ein sektorenübergreifendes Modell im ländlichen Raum. Darüber hinaus ist der Hub auf einen netz- und systemdienlichen Betrieb ausgelegt: Er nimmt erneuerbaren Strom flexibel und lokal auf und entlastet so die Stromnetze, statt zusätzliche überregionale Transportkapazität zu binden. Der Standort zeigt, wie dezentrale Elektrolyseure und der Wasserstoffhochlauf allgemein die Energiewende ergänzen und ermöglichen können: nicht als Ersatz für überregionale Netze, sondern als regionaler Baustein, der industrielle Nachfrage, erneuerbare Erzeugung, Wärmenutzung und Mobilität zusammenführt. Gleichzeitig stärkt das Vorhaben die regionale Wertschöpfung, sichert die Versorgung mittelständischer Betriebe und erhöht die Versorgungssicherheit im ländlichen Raum.

Foto: © Claudia Löwinger Personen auf dem Bild (v. l. n. r.) Stephan Arnold (Nipro PharmaPackaging), Thomas Bold ( Landrat), Tobias Guttroff, Michael Kastl (Bürgermeister), Tobias Guttroff (Managing Director, Guttroff Group), Michael Kastl (Bürgermeister) Joel Vogl (Infener), Norbert Schmäling (R3 RegionalEnergie), Hubert Aiwanger (Bayerischer Wirtschafts- und Energieminister), Sandro Kirchner (Staatssekretär),  Alexander Stolz,  Karl Heinz Wolf (AMS-Geschäftsführer).

Projektträger

Das Vorhaben wird als H2-Hub Münnerstadt von einem regionalen Projektkonsortium aus Kommune, Projektentwickler und Industrie getragen. Beteiligt sind die Stadt Mün-nerstadt, die Infener AG als Projektentwickler und potenzieller Betreiber sowie die Sauer-stoffwerke Friedrich Guttroff GmbH, die Stolz Holding GmbH & Co. KG, Nipro Pharma-Packaging Germany GmbH, AMS Asphaltmischwerke Main–Saale GmbH + Co. KG und R3 RegionalEnergie GmbH. Die Partner sind teilweise zugleich künftige Abnehmer: Weitere Industriebetriebe nutzen den erneuerbaren Wasserstoff als Prozessenergie und die Abwärme soll in lokale Wärmenetze eingebunden werden.
Infener AG verantwortet als Projektentwickler die Konzeption und den möglichen Betrieb des Hubs. Das 2023 gegründete Unternehmen mit Sitz in der Schweiz und Niederlassungen in Deutschland positioniert sich als integrierte Multi-Asset-Energieplattform: Durch die Kombination von Wasserstoffproduktion, Wärme- und Sauerstoffnutzung sowie flexibler, netzdienlicher Fahrweise entsteht ein System, das Energie nicht nur erzeugt, sondern aktiv optimiert.

Projektstatus

Planung & Finanzierung
Stand: 07/2026

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