MiEGA – Moleküle im Energiesystem

MiEGA – Moleküle im Energiesystem

Vom Backpulver-Prinzip zum Wasserstoffspeicher

AKROS Energy erprobt in Rostock-Laage die drucklose Speicherung und den Transport von Wasserstoff in Salz.

Projektbeschreibung

In Rostock-Laage betreibt die AKROS Energy GmbH eine Pilotanlage zur chemischen Speicherung von Wasserstoff in Salz. Die Technologie nutzt Kaliumhydrogencarbonat als Trägermedium. Dies ist ein industriell eingesetztes Salz, das auch als Kalium-Pendant zu Backpulver beschrieben wird. In einem containerbasierten Reaktionsmodul wird Wasserstoff mithilfe eines Katalysators an eine wässrige Kaliumhydrogencarbonat-Lösung gebunden. Dabei entsteht Kaliumformiat: ein stabiles, ungiftiges und nicht brennbares Salz, das drucklos über längere Zeiträume stationär gelagert und transportiert werden kann. Am Zielort wird die Reaktion umgekehrt und der Wasserstoff wird wieder freigesetzt. Das Trägermedium kann danach direkt erneut eingesetzt werden.

Die salzbasierte Speicherung soll eine ergänzende Option für den Wasserstofftransport schaffen. Das beladene Salz kann ohne Kühlung, ohne hohen Druck und über bestehende Tank- oder Bulk-Infrastruktur bewegt werden. Die im Mai 2026 in Betrieb genommene Pilotanlage besteht aus vier verschalteten Reaktoren in einem 40-Fuß-Container und überträgt das Verfahren aus dem Labor in einen größeren Maßstab. Perspektivisch ist eine erste Anlage im Industriemaßstab geplant, um zu erproben, ob die Technologie auch kommerziell eine wirtschaftliche Speicher- und Transportlösung bspw. für Hafenstandorte, lange Transportwege und industrielle Anwendungen bieten kann.

Video & Foto: ©AKROS Energy GmbH

Projektträger

Projektträger ist die AKROS Energy GmbH, eine Tochter der H2APEX Group. H2APEX entwickelt, baut und betreibt Anlagen zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung von erneuerbarem Wasserstoff. AKROS ergänzt das Portfolio um eine Technologie zur che-mischen Speicherung und zum Transport von Wasserstoff in Salz. Wissenschaftlich ba-siert die Technologie auf einer langjährigen Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) in Rostock.
Das Vorhaben ist in das öffentlich kofinanzierte Forschungs- und Entwicklungsprojekt „FormaPort“ eingebettet. Das Projekt wird aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung unterstützt. Ziel ist die Entwicklung eines robusten, skalierbaren und perspektivisch kommerzialisierbaren Verfahrens für die Speicherung und den Transport von Wasserstoff.

Projektstatus

Planung & Finanzierung
Stand: 08/2026

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